Hägendorf gewinnt das Kellerduell gegen Kestenholz 4:1
Der Doublegewinner (Meisterschaft und Cup) des Jahres 2007, der FC Hägendorf, kann doch gewinnen. Der Letzte der 3.-Liga-Gruppe 2 besiegte den Zweitletzten in einem fairen Match schliesslich zu hoch mit 4:1 (2:0), womit das freiwillig abgestiegene Hägendorf einen ersten Schritt machte, Ende Saison nicht plötzlich zu einem sportlich relegierten Verein zu werden. Nackte Resultate werden im Fussball oft zu einer Zahlenspielerei, die die Leistungen auf dem Rasen ins falsche Licht setzen, so geschehen auch am Samstag auf der Breite und dies gerade mal bei noch zehn Grad über dem Gefrierpunkt. Der Breitenfussball schlug wieder einmal seine Kapriolen. Es waren nämlich die Gäste aus Kestenholz, die entschlossen aus der Kabine kamen und von Beginn weg mit Tempofussball und Entschlossenheit die aufgrund der Affiche psychologisch wichtige Führung anstrebten. Doch es kam wieder einmal anders und zweitens als man denkt: Die erste Hägendörfer Offensivaktion führte in der 11. Minute durch Avdylhamit Hasani zum 1:0, der einen Abpraller mit stoischer Ruhe verwertete. Die Gäuer zeigten sich wenig beeindruckt und blieben in der Folge das über weite Strecken dominante Team. Hägendorfs Hüter Fabio Gradwohl wurde zur auffälligsten Figur auf dem Platz, derweil sein Antipode Hirt in dieser Phase eher einen geruhsamen Abend verbrachte. In der 33. Minute vergab Tschachtli auf gerade läppische Art und Weise den Ausgleich, wie zuvor und nachher seine Sturmpartner auch. Punkto Effizienz erteilte Hägendorf seinem Gegner eine Lehrstunde: In der 41. Minute war es Routinier Thomas Bigler, der einen Latten-abpraller Vasics mit seltener Gelassenheit zum 2:0 versenkte. Zur Pause lautete das Verdikt, eigentlich entgegen des Spielverlaufs 2:0, das Cornerverhältnis indessen 1:6.
Nach dem Seitenwechsel dann die endgültige Wende: Ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung führte in der 54. Minute durch den agilen Avdylhamit Hasani zum vorentscheidenden 3:0. Damit war der Torhunger der überragenden Nummer zehn noch keineswegs gestillt: In der 59. Minute setzte der Stürmer nach einem Doppelpass mit Vasic die gegnerische Abwehr schachmatt und erzielte das 4:0. Ein Raunen ging durch das Hägendörfer Zuschauerspalier, denn nach acht Spielen ohne Sieg feierten die Untergäuer ihr erstes Erfolgserlebnis. Daran änderte auch Tschachtlis Ehrentreffer in der 79. Minute nichts mehr. Brügger beklagte in der 88. Minute noch einen Lattenschuss. In
der Analyse kommt man zum Schluss, dass die drei Leistungsträger Spielertrainer Jerzy Tannhäuser, der sichtlich erleichtert war, gegen einen starken Widersacher verrdient gewonnen zu haben, ohne aber auf den Lorbeeren ausruhen zu können, sowie den dreifachen Torschützen Hasani und Thomas Bigler schliesslich das berühmte Zünglein an der Waage spielten. Kestenholz-Präsident Markus Probst war natürlich enttäuscht, weil sich sein Team nicht versteckt hatte, sondern durchaus Akzente setzte, aber letztlich zu wenig effizient im Abschluss war. Ob denn der Trainer ein Thema sei, wollten wir wissen: «Kay Ackermann ist kein Thema, schon eher die Ausschau nach Verstärkungen im Hinblick auf die Rückrunde.»
Hägendorf – Kestenholz 4:1 (2:0)
Breite. – 100 Zuschauer. – SR: Ramel. – Tore: 11. A. Hasani 1:0. 41. Bigler 2:0. 54. A. Hasani 3:0. 59. A. Hasani 4:0. 79. Tschachtli 4:1.
Hägendorf: F. Gradwohl; Bitterli, I. Hasani (70.
Zemp), Tannhäuser, Bürgin; Zimmerli (46. Flück),
Hufschmid, Sarpong, A. Hasani; Vasic (64. N.
Gradwohl), Bigler.
Kestenholz: Hirt; B. Schwager, Wie-
mann, von Arx; J. Schwager (64. Dobler); Jeggli, Rudolf von Rohr (46.
Boss), Brügger, Taschler; Tschachtli, Yilmaz (46. Hauri)
Bemerkungen: Hägendorf ab der 75. Minute nur
noch mit neun Feldspielern (Hufschmid verlet-
zungsbedingt ausgeschieden, Auswechslungs-
kontingent ausgeschöpft). 88: Lattenschuss
Brügger. Verwarnung: 39. Brügger (Reklamie-
ren).